• Archiv
  • Ausstellung

Arctic Perspective

Arctic Perspective

Arctic Perspective Initiative (API), ein internationaler Zusammenschluss von Individuen und Organisationen, richtet den Blick auf die globale kulturelle und ökologische Bedeutung der Polarregionen. Diese sind zugleich Zonen aktueller geopolitischer und territorialer Konflikte wie auch potentielle Räume transnationaler und interkultureller Kooperation. Die Ausstellung Arctic Perspective dokumentiert die Entwicklung einer mobilen Wohn- und Arbeitsstation, die für nomadische Nutzung, zur Messung von Umweltdaten und für medienbasierte Arbeit „on the land“ eingesetzt werden kann, weit weg von den festen arktischen Siedlungen. Gleichzeitig reflektiert die Ausstellung über die Beziehungen zu traditionellem Wissen und Kultur der Inuit. Inhaltliche Eckpunkte der Ausstellung sind Architektur, Geopolitik, Autonomie, Technologie und Landschaft.

Mit dem Klimawandel rückt die wirtschaftliche Ausbeutung von noch unerschlossenen Energie- und Rohstoffreserven in den Polarregionen zunehmend in den Bereich des Möglichen. Das Kooperationsprojekt Arctic Perspective – Third Culture betont dagegen, dass die Polarregionen nicht nur von ökonomischer Bedeutung sind. Viel mehr sind die (bewohnte) Arktis und die (unbewohnte) Antarktis und die radikalen kulturellen und ökologischen Veränderungen, die sich an den beiden Polen vollziehen, zentral für ein kritisches Verständnis des komplexen globalen Systems, das aus dynamischen Beziehungen zwischen Kultur, Ökonomie, Geopolitik und Ökologie besteht.

Die Partnerorganisationen aus fünf Ländern – HMKV (Dortmund, Deutschland), The Arts Catalyst (London, Großbritannien), Projekt Atol (Ljubljana, Slowenien), Lorna (Reykjavik, Island) und C-TASC (Montréal, Kanada) – arbeiten gemeinsam daran, das öffentliche Bewusstsein für die kulturelle und ökologische Bedeutung der Arktis zu vergrößern. Ziel des Projektes ist es, einem breiten Publikum die Dringlichkeit der Probleme näher zu bringen, die sich in der Arktis besonders deutlich zeigen: die sich verändernde kulturelle Landschaft der Region, das Potential für einen neuen interkulturellen Dialog, wirtschaftliche und territoriale Interessen, ökologische Probleme, Klimawandel sowie die Auswirkungen der ökologischen Veränderungen auf das Leben der Inuit.

Das Projekt untersucht mit den Mitteln der (Medien-)Kunst und der interdisziplinären künstlerischen Forschung („third culture“) die komplexen globalen kulturellen und ökologischen Interrelationen in der Arktis, entwickelt Konzepte für die Konstruktion nachhaltiger taktischer Kommunikationssysteme und Infrastrukturen und umweltfreundliche Art/Science Forschungsstationen, die eine Intensivierung des interdisziplinären und interkulturellen Dialogs und der Kooperation befördern sollen. Die gemeinsam erarbeiteten Ergebnisse werden im Rahmen der Kulturhauptstadt Europas RUHR.2010 und im Kontext der internationalen Medienkunstkonferenz ISEA 2010 RUHR vorgestellt.